Donnerstag, 2. Juni 2011

Lebst du schon oder schraubst du noch?


Vor kurzem habe ich eine gute Freundin zum schwedisch Essen ausgeführt. Lasst es mich so zusammen fassen: bei einer Küche, die auf Fleischbällchen und Daimtörtchen basiert, wundern mich die Möbel auch nicht mehr. Wie auch immer – ich dachte, das ist eine gute Gelegenheit, meine Vorurteile einem Test zu unterziehen und die Forschungsergebnisse hier niederzuschreiben.

Gleich zu Beginn unserer Expedition stießen wir auf die ersten Probleme denn es erwies sich als sehr schwer
mit den Ureinwohnern in Kontakt zu treten. Sie leben in kleinen Gruppen zwischen Regalen und erkennen kann man sie an ihrem gelben Fell mit blauer Zeichnung. Sie scheinen sehr scheu zu sein und auch, wenn man Futter mitbringt (Fleischbällchen mit Daimtorte), kommen sie nur sehr zögerlich aus ihren Verstecken. Fragen, die mit „wo finde ich...“ beginnen, werden als Angriff auf ihr Territorium gewertet. Ganz schwierig ist grundsätzlich das Ansprechen – in Schweden wurde ja in den 60er Jahren per Umfrage das “Sie“ aus der Sprache geworfen. Aber auf “Du“ reagieren viele Exemplare der Spezies, die bei uns heimisch geworden ist, auch verwirrt. Übrigens beschäftigt dieses Thema offenbar mehrere Forscher: Google hat auf die Frage „Warum duzen sie mich bei Ikea?“ 849.000 Ergebnisse gebracht.
Man muss sich immer vor Augen halten, dass es sich hier um eine einzigartige Kultur handelt, die mit unserer nicht zu vergleichen ist. Da es in ihrem natürlichen Lebensraum sehr viel Schnee gibt, sind diese menschenähnlichen Wesen sehr oft zu Hause und einsam. Deshalb haben sie begonnen, Dingen Namen zu geben. So kann man alleine im Schnee in seinem Blockhaus sitzen und ist dennoch von ganz vielen Freunden umgeben.
Hat man einmal das Vertrauen der Eingeborenen gewonnen, bekommt man von ihnen rieeeeesige Kartonschachteln überreicht, deren Inhalt eine Art schwedisches Puzzle darstellt. Ganz wichtig: in jedem dieser Kartons ist ein kleines metallenes Ding – vermutlich eine Art Phallussymbol – namens Inbusschlüssel.

Singletipp Nummer eins:
Wie schon Tommy Jaud in seinem Bestseller „der Vollidiot“ geschrieben hat: gehe niemals alleine zu IKEA. Es gibt kaum Deprimierenderes (naja, vielleicht ein Weight Watchers-„All you can eat“-Buffet)
Außerdem, was macht man alleine mit dem Standardeinkauf (Servietten, Kerzen und Benjamin Bäumchen)?

Singletipp Nummer zwei:
Der Spruch „Lass uns zu IKEA fahren und Betten testen“ ist zwar lustig, führt aber nicht zum gewünschten Ziel!

IKEA-Mitarbeiter sind wirklich humorlos. Hier ein paar Dinge, die ihr nie tun solltet, ich habs probiert:

Niemals beim Rückgabeschalter sagen: „Das passt nicht zusammen, da müssen die Kinder aber schleißig gearbeitet haben“.

Auch ganz schlecht (Singeltipp Nummer drei): eine hübsche IKEA-Mitarbeiterin zum Abendessen einladen, ihr die Zutaten hinstellen und sagen: „Kannst du selber zusammenbauen. Als Hilfestellung bekommst du sogar ein Rezept, aber das besteht nur aus Piktogrammen.”
Besonders doof - weil die das vermutlich viel zu oft hören - die Frage: „Hat das Möbelstück xyz auch einen Elchtest gehabt?“

Ah ja, falls ich mal ein Kind haben werde, werde ich es auf den Namen des IKEA-Möbelstücks taufen, auf dem es gezeugt wurde.
Danach brauche ich nur einen Zehnerblock beim Kinderpsychologen kaufen, für den Zeitpunkt, wenn es lesen gelernt hat und draufkommt, es heisst nach einem Regal im Abstellkammerl. („Wieso fragst du, Gorm?”)

Kommentare:

  1. :-) ich muss unbedingt bald mal wieder zu Ikea!

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  2. Hm, den Gorm im Abstellkammerl könnt ich auch bieten, wohl n Klassiker ...

    Und ich hab mich schon gewundert, warum die Kleinkinder derzeit alle so komische Namen haben ...

    Ganz nebenbei: meine kleine Svelnik spielt mit Ihrem Bruder Aborg am liebsten auf unserem Teppich Andrea

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  3. Wobei ich da ja auch immer noch die Namen der Betten-serien super finde:
    Von "Hemnes" über diverse "....vik" bis hin zu "Nyvoll"! Es möge sich jeder seinen Teil dazu denken......

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  4. ich rate dir, deine zeugungspläne vom abstellkammerl auf einen wohnzimmerteppich mit einem etwas ansprechenderen namen zu verlegen .. flokati zum beispiel, das ist doch süß und auch gleich gender neutral, für alle fälle ... oder wenns denn ein regal sein muss (wie unbequem übrigens für die mutter deiner zukünftigen kinder) dann nimm doch den klassiker BILLY :-))

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