Mittwoch, 16. Mai 2012

Mülltrennung


Ja ich weiß - dass der Blog "das Geschichtchen der Woche" heißt hat momentan soviel Wahrheitsgehalt wie die Aussagen von Finanzministern im Untersuchungsausschüssen.
Aber zuminderst gelobe ich Besserung! Ich habe wirklich vor öfter zu schreiben, aber wenn mir nicht wirklich was einfällt, will ich euch auch nicht mit irgendwelchen gezwungenen Dingen langweilen. Wobei ich hatte wieder einmal einen guten Grund, warum ich so lange nichts geschriebenen habe.
Ich habe gerade eine sehr schmerzhafte Trennung hinter mir und da kommen einem nicht so leicht lustige Geschichten über die Lippen geschweige auf (Blog)Papier.
Aber jetzt habe ich zumindest die Kraft über diese Trennung zu schreiben, und das ist sicher mal ein Anfang.

Vor nicht allzu langer Zeit bekam ich eine SMS dass sie so nicht weitermachen kann, und sie nicht mehr zu mir kommen kann. Ich war so geschockt, weil das letzte Mal wie ich sie gesehen habe, hatte sie sich gar nichts anmerken lassen. Ich sage euch - dieses Loch, dass sie in mein Leben gerissen hat, ist wirklich groß und schmerzhaft, ich weiß nicht wie ich jetzt weitermachen soll.

Ja! ich gebe es ja zu, es war mehr eine Zweckbeziehung, aber sie war mir sehr wichtig, und ich habe sie immer vermisst wenn sie mal nicht kommen konnte und ich bin ihr stets treu geblieben.
Ich sage euch, jeden Abend wenn ich in meine Wohnung komme, denke ich an sie! Es war immer so einfach und unkompliziert - sie kam alle zwei Wochen mal vorbei, stellte keine Fragen, wieso es so ausschaut, und hat ohne zu murren meine Hemden gebügelt. Jetzt muss ich wieder meine Küche selber aufräumen, die Hemden in die Putzerei bringen, und ich werde mir endlich einen Staubsaugerroboter von Samsung kaufen!

So nachdem ich mir das vom Herzen geschrieben habe, geht es mir gleich besser. Aber es ist wirklich ein großer Schnitt im Leben wenn einen die Putzfrau verlässt. Aber ich hoffe wir bleiben gute Freunde.

Als Mann habe ich ja ein anderes Schmutzlevel beziehungsweise einen weitaus geringeren Leidensdruck bezüglich Wohnungsoptik. Da zu fällt mir eine Geschichte, die ich wirklich so erlebt habe, ein.

Ich hatte in der Vergangenheit ja manchmal einen Hang zu unglaublich lieben, aber mitunter schwierigen Frauen. Wobei bei der  Folgenden "schwierig" mit der Bauanleitung für eine Interkontinentalrakete in Braille gleichzusetzen ist, und ich bis jetzt nur im Zusammenbau von Überraschungseiinhalten erprobt war.

Wie auch immer, um in diesem Blog etwas Diskretion zu wahren, nenne ich die Dame im folgenden mal Steffi - nicht zuletzt weil sie ja auch so heißt. Und Steffi und ich waren fast ein Jahr zusammen, aber sie hatte nie bei mir übernachtet. Also heißer Sex und dann ist sie heimgefahren. Das finden zwar manche Geschlechtsgenossen recht fein, ich bin aber nicht so ein Macho, sondern von der romantischen Ecke und hätte mich gefreut wenn sie bei mir geschlafen hätte. Außerdem wer will nicht mit Kaffee und Blow Job geweckt werden.

Also führte ich in meinem Wohnzimmer das erste unserer zwei ernsthaften Gespräche dieser Beziehung, welches ich hier wortwörtlich wiedergeben möchte:
Ich: "Steffi warum schläfst du nie bei mir?".
Sie: "Ich fühle mich nicht wohl bei dir"
Ich: "Warum denn das?"
Sie: "Siehst du den Tisch?" ich nickte, "und den Kasten?" erneut bejahrte ich, "und die Tür?", ja klar.

"Die Holzsorten passen nicht zusammen"

Seit diesem Tag kaufe ich nur noch Birke bei Ikea!

 


Freitag, 17. Februar 2012

Sommergruesse

Ist euch so kalt wie mir?
Ich sitze hier ohne Tshirt und nassen Haaren um 1 Uhr Nachts am Balkon und das ist echt ein bischen kühl. Liebe Grüße aus Südindien :-)
Das Geschichtchen kann ich zwar erst morgen online stellen, aber dank Geburtstagstablet kann ich es in Ruhe tippen.
Wobei das leider so nicht stimmt, seit ich hier bin hat das Display von dem Tablet ein Eigenleben entwickelt hat, als würde Sam eine Nachricht schicken wollen - Gott sei dank ist keine Töpferscheibe in der Nähe.
ich denke dass entweder die hohen Temperaturen schuld  oder der  indische Strom der Gesundheit meines Tablets nicht zuträglich sind. Aktuell schmollt es komplett und laesst sich uebehaupt nicht mehr einschalten.
So hat dieses Geschichtchen gut 4 Tage fuer seine Fertigstellung gebraucht.

Anyway ich befinde mich in Varkala - einen kleinen Ort der aus Strand, Geschäften, Lokalen und Hotels besteht. Nachdem mein Hotel vom letzten Mal auf meine Emailanfrage nicht reagiert hat, habe ich auf Empfehlung einer Freundin bei einen anderen Hotel etwas nördlicher von den Klippen reserviert. Der vom Hotel organisierte Taxifahrer hat uns am Flughafen aufgelesen und nachdem er erfahren hat dass Sigrid das erste Mal hier ist, hat er es sich nicht nehmen lassen , anstelle der Hauptstrasse durch irgendwelche Gasserl zu fahren und uns so ganz tolle Dinge zu zeigen, zb. eine Jesusstatue unter einen 10 Meter Plastikpilz - wären wir zu diesen Zeitpunkt nicht schon 24 Stunden auf den Beinen gewesen, hätte die Tour sicher auch Spass gemacht. So war ich froh dass wir nach 1,5 Stunden endlich im Hotel waren. Leider entpuppte sich das gebuchte Luxuszimmer als Kleiderschrank mit eingebauten Bett und der versprochene Meerblick ist einem Taxistand vorm Fenster gewichen. Mein Lieblingscafe war nun gut 15 Gehminuten entfernt, bei den sich, wohlgemerkt um 10 Uhr Vormittag, Sigrid einen kapitalen Sonnenbrand holte.


Aber das ist Indien: Kaum sind wir in dem Kaffeehaus angekommen, hoere ich eine bekannte Stimme - Ira, eine resulute Newyorkerin aus Russland, die ich letzes Jahr in dem gleichen Kaffeehaus kennengelernt habe, und dann jeden Morgen zum Fruehstueck getroffen habe.
Damals war Sie, wie ich hier auf Urlaub, aber sie wollte nur zwei Wochen bleiben - offensichtlich haben sich ihre Plaene geaendert - mittlerweile betreibt sie ein Hotel hier, und zwar, wie koennte es anderes sein, kein geringeres als jenes in dem ich letztes Jahr gewohnt habe. Und sie schwoert dass sie seit August nicht in diesem Kaffeehaus war, und heute das Gefuehl hatte unbedingt herkommen zu muessen.

Also haben wir im Kleiderschrank kurz ausgeschlafen, haben am gleichen Tag noch unsere Sachen gepackt und wohnen nun in einem sehr netten Haeschen Marke Geraeteschrank.
Ansonsten hat sich nicht viel in den Ort getan, manche erinnern sich noch an mich vom lezten Jahr, und gutes Essen und der obligatorishe Stromausfall gegen 20 Uhr stehen an der Tagesordnung.

Sigrid wollte gestern eine Massage haben, und ehe wir es uns versahen - stecken wir seit gestern in einer 4 Tage Ayurveda Kur. Doch davon die naechseten Tage. Ich hoffe ich schaffe es dann auch Fotos in den Blog zu stellen.



Dienstag, 31. Januar 2012

Restaurant zum goldenen M



Was sagt ein Akademiker ohne Job zu einem mit Job?
Genau! Einen Big Mac und eine Junior Tüte bitte!

Alt aber eine gute Einleitung weil ich heute über das beste Argument für Bulimie reden möchte!
Quatsch - Mc Donald ist nicht so schlecht wie sein Ruf, ich wohne ja quasi neben einem, und der ist immer meine Rettung wenn ich um 23 Uhr leichten Hunger verspüre und mein Butler schon nach Hause gegangen ist.

Folgenden Gourmettipp möchte ich euch nicht vorenthalten.
Der Big Mac schmeckt um Klassen besser wenn er wirklich gerade frisch gemacht worden ist! Am einfachsten bekommt man diesen, wenn man seinen Burger mit Extrawünschen bestellt - die werden auch ohne einem Wimperzucken erfüllt - z.b. ohne Käse. Der Trick geht nach hinten los, wenn man so wie ich einen Big Mac ohne Tomaten bestellt - aber seitdem kennen die mich auch beim Schachtelwirt bei Namen.
Am besten harmoniert dieser mit einer Mischung aus Brunello und Cola - aber ohne dem Wein sowie in Stifte geschnittene Kartoffel an Tomantenragout. Als Amuse-Gueule werden Papierrechtecke mit lustigen Bildern gereicht und als Finale furioso empfiehlt der französische Feinspitz noch eine le porte-monnaie de pomme.

Nach so einem üppigen Mahl bin ich wieder einen Schritt näher an meiner amerikanischen Traumfigur, aber mein Körper ist mein Tempel. (jeden Tag ein Opfer) und meine Galle schenkt mir ja auch nichts.

Aber für jene die gerne leichte Abendessen zu sich nehmen empfehle ich Michaels Churrascaria. Hier der Link
Da war ich am Sonntag, und das funktioniert so:
Man zahlt 26 €, setzt sich zu einem Tisch. (hier noch ein Tipp - es erweist sich grundsätzlich in Lokalen nicht als schlau auf die Frage "haben Sie einen Tisch reserviert - die Gegenfrage zu stellen, "Wieso? Sind sie Schreiner?)
bestellt sich was zum trinken und nimmt sich etwas Salat.
Dann kommen die Kellner und laden den Tisch mit Beilagen voll (Zwiebelringe, Pommes, Brot und besonders zu empfehlen - gebackene Bananen) und der Chef des Hauses kommt mit einem Spieß voller Würstchen und ladet soviel du willst auf deinen Teller.
Wenn du das geschafft hast folgt ein Spieß mit Schweinefleisch, Hühnerflügel, Ripperl, Surfleisch, Beefsteak, Lamm. (dann habe ich etwas die Orientierung verloren)
In Summe gibt’s 12 Sorten Fleisch. (nicht von 12 Arten von Tieren, aber halt Zubereitungsarten) Ich habe leider trotz "all you can eat Hose" nach 8 Runden w.o. gegeben und damit den Besitzer des Lokales schwerst beleidigt (was - hat’s nicht geschmeckt?)

Dann noch 3 große Schnaps und einem gesunden und tiefen Schlaf steht nichts mehr im Wege.



 

Dienstag, 24. Januar 2012

Erfahrungsbericht car2go


Leute! Ich habe ein neues Hobby und ich möchte meinen Blog dafür nutzen euch einen Erfahrungsbericht zukommen lassen, da mich schon sehr viele Leute, darunter auch Wildfremde auf der Straße, danach und darüber gefragt haben.

Bei dieser neuen Leidenschaft geht es um Mietwagen der Firma Car2go --> Hier gehts zur Firmenseite
Das Prinzip ist einfach - man sucht sich via Handy App oder Webseite ein freies Auto in der Nähe, steigt ein, fährt in Wien zum Ziel seiner Wünsche stellt es dort dann ab, und meldet sich wieder ab. Dort kann dann der nächste das Auto schnappen und wieder herum fahren. Und so weiter und so weiter.

Derzeit gibt es mehr als 300 Autos und die Firma stockt in den nächsten Monaten auf 500 auf. Somit sind in ganz Wien eigentlich immer genug freie Autos verstreut.
Gut - den Begriff "Auto" muss man in diesen Zusammenhang schon etwas breiter auslegen, da die Flotte ausschließlich nur aus Smarts mit Automatikgetriebe besteht und die Assoziation zu einer Nähmaschine mit Außenbordmotor näher als zu einem Auto liegt. Aber für kurze Strecken ists wurscht, und wenns nicht gerade Ikea Einkäufe sind, geht sich ein Wochenvorrat auch da aus. (An dieser Stelle will ich nicht meinen Wochenvorrat Ikea Einkäufe erklären müssen)

Servolenkung gibts auch nicht, beim Fahren egal, aber beim Einparken ist das ziemlich mühsam. Speziell beim Parken gilt, er ist nicht so kurz wie du denkst, und ich suche überraschend oft Parkplätze.
Abgerechnet wird nur nach Zeit, eine Minute fahren kostet 29 cent, will man das Auto nur kurz abstellen, gibt es einen eigenen Parkmodus, da kostet dann die Minute 9 cent, und das Auto kann kein anderer sich schnappen. Inkludiert in diesen Preis ist sowohl Sprit als auch 2 Stunden Parkgebühr, wenn das Auto auf einen gebucht ist. Ist am abgemeldet, kann die Pfaff Automatik beliebig lang in den Kurzparkbereichen stehen bleiben.

Was im ersten Moment recht günstig klingt, kann sich schon auf den Geldbeutel schlagen. Also unglaublicher Zeitoptimist unterschätze ich gerne die Dauer einer Fahrt, und bei einem Stau fließt das Geld schneller als Kreuzfahrtschiffe untergehen können. Auf der Habenseite kann man, wenn man nicht gerade auf der Autobahn in den Stau geraten ist, einen auf italienischen Kapitän machen. Man fährt das Auto einfach an den Straßenrand und macht sich aus dem Staub.

Noch zu erwähnen wäre das eingebaute Navi - dieses soll einen den schnellsten Weg von A nach B weisen, wobei dieses irgendwie ein unbewusstes Trauma gegen Autobahnen besitzt. (ich vermute das kommt aus der Kindheit wo der Smart noch ein Matchboxauto war). Ansonsten klappt es recht gut und es hat mich immer dort hingebracht wo ich auch sein wollte.

Zusammenfassend – sehr cooles System, welches mich wieder ein Stückchen mehr in den Ruin treibt. (Oh die Straßenbahn ist davon gefahren, wo ist das nächste Car2go)









Dienstag, 10. Januar 2012

Neujahrsvorsätze

Also ich gebe zu, dass meine Sommerpause etwas länger gedauert hat als eigentlich gedacht, und ich möchte mich bei meinen Fans entschuldigen - bei allen beiden. Nein - es freut mich aufrichtig, dass ein paar Leute den Blog wirklich vermisst haben, und ich danke für alle persönliche Nachfragen sowie Posts via Facebook. Auch die Anonymen Drohanrufe und die abgeschnittenen Pferdeköpfe vor meiner Haustür möchte weder ich noch die Kriminalpolizei (Abteilung CSI Gramad Neusidl) missen.

Jetzt werden viele sagen ich war zu faul zu schreiben, aber weit gefehlt - ich kann’s erklären.

Also erstens hat mein Seepferdchen die Notizen gefressen, zusätzlich hatte ich eine schwere Buchstabenallergie und darüber hinaus musste ich Geld sparen und hatte nur Strom für den Kühlschrank.
Nicht zu vergessen ich bin wieder glücklich verliebt und hatte dadurch besseres zu tun als vor dem Computer zu sitzen, und zuletzt war ich einfach zu faul.

Aber das neue Jahr hat angefangen und damit treten neben der Rettungsgasse auch meine Neujahrsvorsätze in Kraft. Darin enthalten ist neben dem Vorhaben diesen Blog wieder mit mehr Leben zu Füllen auch ein ganz neuer Tagesablauf:

Nachdem ich um halb 5 aufstehe, und einmal um die Donauinsel gelaufen bin, grüße ich zuerst einmal die Sonne yogatechnisch. Ich bevorzuge hier eine Mischung aus Hata und Heia Yoga. Die wichtigsten Figuren sind - Der markierende Hund, der sterbende Schwan und das wahnsinnige Rind.
Nach einem 9-Elemente Kraftfrühstück aus einer Reissuppe und einem Algentee und einer kurzen 2 stündigen Meditation mache ich mich mit einer eigens komponierten "Ode an die Firma" auf den Lippen Richtung der selben barfuss auf. Für Außenstehende mag es zwar etwas verwirrend ausschauen, aber wenn man alle 5 Meter einen Luftsprung macht und dabei  Wuusaaa schreit, ist man ein anderer Mensch.
Mein Büro habe ich mir Feng Shui mäßig umbauen lassen und ich verwende nur noch Computer aus Bioanbau. Manche würde es vielleicht stören, dass man mein Büro nur noch übers Fenster erreichen kann und der 2 Tonnen Rosenquarz der meinen Bildschirm ummantelt ist auch nicht jedermanns Sache - aber was macht man nicht alles für eine gute Schwingung.
Pausen sind sowieso schlecht fürs Karma, aber alle 2 Stunden stehe ich für eine Schweigeminute für die verheizten Hexen des Mittelalters auf. Am Abend gehe ich dann zum Ausdruckstanz gegen die Erdbeben in Japan, und ich muss sagen seit wir das machen, wackelt es dort auch merkbar weniger.
Um 21:00 wird noch ein kleines Matra aufgesagt um dann glücklich ins Bett zu fallen.

Spätestens um 21:15 stehe ich dann wieder auf, gehe in die nächste Bar und haue mir bei Burger und Bier die Nacht um die Ohren.



Dienstag, 26. Juli 2011

Cool Running

Gleich zu Beginn ein Sorry an meine treuen Leser (an alle beide), weil ich letzte Woche kein Geschichtchen geschrieben habe. Aber letzte Woche war ich auf Sommerfrische in der Steiermark, wobei man das durchaus wörtlich nehmen kann. Aber nachdem ich ja im Februar in Indien war und es dort bekanntlich mehr als 30 Grad hatte, bin ich schon sehr froh, dass es jetzt ein bisschen kühler ist.

Ich verstehe das Gemotze über das aktuelle Wetter überhaupt nicht! Als ich gestern in die Stadt gefahren bin, um mir ein paar heiße Maroni und etwas Glühwein zu kaufen, habe ich kaum gefroren unter meinem Norwegerpulli, Mütze und Handschuhen. Gut, ich hatte Glück, untertags war die Donau noch nicht zugefroren und ich war zu Hause, bevor der Schneesturm richtig eingesetzt hat. Man muss sich halt anpassen und richtig  anziehen. Ich glaube ja, AmyWinehouse ist erfroren, weil sie keine Mütze angezogen hat (I say no. no, no).

Man sollte auch immer versuchen, das Beste aus jeder Situation zu machen. Nach dem Motto, Sommer, Sonne und Strand sind wo ich bin, habe ich mir gestern zwei Tonnen Sand liefern lassen und in der Wohnung verteilt, dank der kostengünstigen Fernwärmeheizung konnte ich die Zimmer auf angenehme 35 Grad heizen, und dazu habe ich mir 4 alte Röhrenfernseher gekauft, damit ich von allen Seiten braun werde. Mit ein wenig Silikon hab ich den Schrankraum soweit dicht bekommen, dass ich Wasser einlassen konnte. Das Bügelbrett erwies sich als guter Sprungbrett-Ersatz. Und damit die Urlaubsstimmung perfekt war, kaufte ich mir noch einen großen Becher Eis am Schwedenplatz - den konnte ich locker nach Hause tragen, ohne die Kühlkette zu unterbrechen.

Gut, dieses Verhalten stößt nicht überall auf Wohlwollen. Ein Typ von Greenpeace war bei mir und meinte, dass das permanente Heizen sowie die gar nicht mal so günstige Lieferung von im Toten Meer gewaschenem Südsahara-Sand den Treibhauseffekt gefährlich fördere. Ich hab ihn daraufhin mittels 3 Dosen Haarspray und den Worten "wenigisten einer macht was dafür!" aus der Wohnung gejagt. Seitdem wird meine Wohnung von drei Blauwalen, die von 50 Aktivisten befeuchtet werden, belagert. Aber, um es mit den Worten eines vom Aussterben bedrohten Indianerstammes zu sagen: erst wenn die letzte Ölbohrplattform geschlossen ist und die letzte Tankstelle dicht macht, werdet ihr merken, dass man nachts bei Greenpeace kein Bier kaufen kann!!!
Ich wünsche euch allen noch eine nette "Sommer"-Zeit, und spätestens zu Weihnachten hat´s dann sicher angenehme 20 Grad!


Mittwoch, 13. Juli 2011

Manta Manta

Heute sitze ich nach einer halben Ewigkeit wieder einmal im Café Korb. Das Korb ist ja vor allem deshalb ein sehr untypisches Altwiener Kaffeehaus, weil hier die Kellner super nett sind und man sich nicht devot entschuldigen muss, wenn man etwas bestellen mag. Im Übrigen habe ich innerhalb von 5 Minuten mein Frühstück bekommen und mein E-Bike neuen Strom. Besonders bei einem Wetterchen wie diesem sitzt es sich besonders nett vor dem Lokal. Hier kann man zu seiner Melange und einer Zigarette auch noch die Leute rundherum beobachten. Und da sind vor allem jene besonders interessant, die mit Autos herumkreisen.

Autofahren - oder jetzt auch Radfahren - finde ich in Wien ja besonders spannend. Wir finden in dieser Großstadt folgende Typen von Verkehrsteilnehmern:
Fahrer mit Liebe zur Titanic
Sie fahren, als würden sie um jeden Preis den nächsten Eisberg rammen wollen, außerdem rufen sie im Geiste bei jeder grünen Ampel "Ich bin der König der Weeeeeeelt!"

Mäner mit Egoproblem:

Da gibt`s echt eine Menge davon! Erkennbar an gaaaanz großen Autos und kleinen - naja - Nasen. Mein kleiner Ford Ka war zwar eher ein Handmixer mit Rädern und Außenbordmotor als ein Auto, aber in der Stadt recht ein Flitzer. Und mir ist es mal am Ring passiert, dass ich halt bei einer Ampel recht zügig weggekommen bin und mich dann nach ein paar Sekunden ein Typ mit hochrotem Kopf, BMW und seeeehr kleiner Nase überholt hat ....

Lebensmüde:
Vor allem unter Fußgängern ist dieser Typ sehr beliebt. Meistens vor Gewittern gehen diese unmotiviert und recht spontan vom Gehsteig runter auf die Straße. Ich verstehe schon, dass man in Wien manchmal sein tristes Dasein beenden möchte - aber warum ausgerechnet auf oder unter meiner Motorhaube??

Gymnasiallehrer:
Die dürfen anscheinend frei herum laufen. Man erkennt sie daran, dass sie jedem - und im Speziellen mir - erklären, warum sie im Recht sind und man selber nicht. Und darüber hinaus auch noch, was man besser machen muss. Damit es pädagogisch wertvoll bleibt, werden diese Tipps schreiend artikuliert.

pragmatisierte Gymnasiallehrer:
Das sind Fälle im fortgeschrittenen Stadium. Wie oben beschrieben, nur wird im Auto bei verschlossenen Fenstern und unabhängig von eventuellen Zuhörern oder eben rekrutierten Schülern geschrien.

Katholische Priester:
Diese erkennt man daran, dass sie bei jedem Manöver von anderen immer die Hände gen Himmel werfen und Stoßgebete intonieren. Wichtig: wenn beim Auspuff weißer Rauch rauskommt, fährt der Papst mit!

Die Kontaktfreudigen:
Erkennt man im besonderen auf der Autobahn, wenn man mit 140 Sachen unterwegs sind, und deren Stoßstange schon auf meinen Rücksitzen sind.

Die Vorsichtigen:
Zum Unterschied zu den Kontaktfreudigen bemühen sich diese dass niemand zu schnell auf der Autobahn fahren kann. Deshalb fahren sie mit rund 100 km auf der linken oder mittleren Spur. Dies sorgt auch bei anderen Verkehrsteilnehmern immer zu unglaublicher Gelassenheit.

Die Ultravorsichtigen:
Sie sind gaanz leicht im Winter zu erkennen: wenn die erste Schneeflocke fällt, bremsen sie sich auf Schritttempo zusammen, damit am Gürtel auch ja nix passieren kann - es könnten sich ja ein paar Schneeflocken zusammen tun und einen auf Grönland machen!

Die Ultra-Ultravorsichtigen:
Falls einem dieser Fahrer mal der Autositz auf die Autobahn plumpst, haben sie demselben schon mal die Sicherheitsweste umgeschnallt!

Die Multitasker: Diese Gruppe macht eine oder mehrere dieser Tätigkeiten parallel zum Autofahren und mir Angst:
Facebookstatus aktualisieren
essen und telefonieren
Fingernägel lackieren
Im Plan nachschauen
Radiosender nach Alphabet sortieren
sich rasieren oder föhnen
ein Kind zeugen
etc.

Obdachlose Discobesitzer:
Diese doch recht große Randgruppe lebt diese "Berg/Prophet-Philosophie", frei nach dem Motto, wenn du nicht in die Disco willst, komme ich mit meinem Auto vor deinen Schlafzimmerbalkon und mache Disco bis zum Tinnitus. Ob bei diesem Typ auch die Nase klein ist, weiß ich nicht - aber auf alle Fälle das Trommelfell! Sie haben außerdem meist Migrationshintergrund und einen 3er BMW. Ob da ein kausaler Zusammenhang besteht, weiß ich nicht, vermutlich liefert die Karre einfach genug Strom, und in der Türkei gibts keinen anderen Autos.

Leute mit Angst vor Kurven:
Oder wie der Experte sagt: Arcusphobiker mit Bulimie! Vor denen muss man sich hüten. Wenn eine Kurve kommt - brechen die aus!

Vorsicht aber nicht nur vor denen! Wie in meiner Jugend gelernt gibt es ja Verkehrsteilnehmer, auf die man besonders aufpassen muss und die vom Vertrauensgrundsatz ausgeschlossen sind. Hierzu zählen Kinder, alte Menschen und Betrunkene. Beim Autoverkehr zählen zu dieser Gruppe zusätzlich
Fahrschulautos, Taxifahrer, Diplomaten, Mann mit Hut oder Baseballkappe, alle Autos, wo in der Rückscheibe ein Klorollenhut oder ein Wackeldackel drin oder das Pickerl "Ich bremse auch für Tiere" draußen ist, sowie alle Autos, bei denen das Kennzeichen mit KO oder GF anfängt.

Ich habe ja meinen Autoschlüssel an den Nagel gehängt und bin jetzt glücklicher Besitzer eines E-Bikes. So kann man zwar keine Frisösinnen abstauben, aber vielleicht habe ich ja im 3.Welt-Laden Glück. Außerdem ist
man damit sehr schnell unterwegs in Wien und Parkplätze sind auch kein Problem. Also brauche ich momentan kein Auto, aber nachdem ich aber langsam auf die 40 zulaufe, kaufe ich mir sicher demnächst einen
Sportwagen!

Vor kurzem bin ich schon mal einen De Lorean testgefahren. Aber der heißt auch nix.
Das Lenkrad wackelt, die Gänge gehen streng rein und bei 140 Km/h (88 Meilen) verschwindet der einfach ....

Mittwoch, 6. Juli 2011

Job Rotation

Da ich gerade seit einer halben Ewigkeit im Café Florianihof sitze und den hüschen Kellnerinnen nach- und zuschaue, kreisen heute meine Gedanken um die Arbeit. 
Es gibt ja in diesem Land sehr viele Menschen, die mit ihrem Job unzufrieden sind. Soziologen, die mit ihrem Job in der Systemgastronomie unglücklich sind, Manager, die lieber eine Golfkarriere anstreben würden, Beamte, die etwas mit Bewegung machen wollen, oder (Achtung Monty Python Insider!) Frisöre, die lieber Holzfäller werden wollen.

Ich habe ja grundsätzlich einen recht feinen Brotverdienst, aber mitunter ärgere ich mich natürlich auch. (Apropos ärgern, nach 20 Minuten in diesem Kaffeehaus frage ich mich gerade, mit wem ich hier schlafen muss, um einen Kaffee zu bekommen. Was ich für ein Frühstück machen muss, will ich ja gar nicht mehr wissen - vermutlich eine Niere spenden.)

Wo war ich? Ach ja, bei meinem Job. IT-Projektmanager lässt sich am besten beschreiben als eine Melange aus Montessori-Kindergärtner, Schulwart, Dompteur und Escortservice mit Computerführerschein. Aber für die Momente, in denen ich mich über Arbeit oder Kollegen ärgere, habe ich eine ideale Therapieform endeckt, die ich euch heute vorstellen möchte.

(Oh Wunder! Ich habe ein Frühstück bekommen und besitze noch immer alle Innereien und meine Selbstachtung!)

Und zwar nennt sich diese Form der Heilung "Unterschiedliche Interaktion mit der österreichischen Post". Als Einstieg in diese Therapie eignet sich "Ein Packerl bei dem Lieferanten seiner Wahl bestellen".
Nach der Bestellung kommt nach unterschiedlich langer Zeit ein gelber Zettel ins Haus geflattert. Falls man besonderes Glück hat, bekommt man diesen beim Verlassen der Wohnung mit der Information, dass man soeben in ebendieser nicht anzutreffen war.
Diese Übung lehrt, dass es unterschiedliche Realitäten gibt. Nur dass man glaubt, in der Wohnung gewesen zu sein, heißt noch lange nicht, dass es so WAR.

Mit dem Zettel ausgestattet, geht man nun zu dem Postamt, welches da beschrieben steht. Dies kann variieren - beim letzen Mal stand bei mir ein komplett anderes als sonst. Hier lernt man, geistig flexibel zu bleiben und
sein Hirn mit immer neuen Situationen zu konfrontieren. Im Postamt angekommen, gibt es dann 4 - 8 Schalter, bei denen je ein Postbeamter sitzt und gerade Mittagspause hält, den einzig offenen Schalter erkennt man an der Schlange, die bis zur Tür ragt.
Hier lernt man gleich zwei Dinge: man kann sich gar nicht genug Zeit zum Essen nehmen! Ich nehme mir meistens einen kleinen Picknick-Korb und einen Rucksack mit gut gekühlten Getränken  mit, um auch die kurze Wartezeit in der Schlange zu überbrücken. Außerdem bekommen auch andere Mitansteller schon nach wenigen Stunden etwas Durst und so kann man seinen Altruismus schulen oder ein Taschengeld dazuverdienen. Womit wir schon bei der zweiten Sache wären: stehende Meditation! Man lernt durch innere Gelassenheit die Farbenspiele, die durch den Lauf der Sonne eines Tages entstehen, kennen und lieben!
Ist man dann beim Ziel seiner Wünsche angelangt, gibt man dem Postbeamten den gelben Zettel (daneben noch einen Ausweis, Lebenslauf, einwandfreien Leumund und eine Bestätigung seines Notars, dass der Postler im Testament berücksichtigt wurde).

Hier gibt es unterschiedliche Verläufe der Therapie. In meinem Fall bekam ich die Information, dass hier kein Packerl für mich läge. Dadurch lernt manmit Rückschlägen, Wut, abgrundtiefer Niedergeschlagenheit und Mordphantasien in denen oft die Farbe Gelb vorkommt umzugehen. Im spielerischen Dialog muss man nun versuchen herauszufinden, WO sich das Packerl befindet. 
Nun wird die Nummer, die auf dem Zettel geschrieben steht, relevant. Auf meinem Zettel stand sie in einer Mischung aus Altgotisch und Ägyptischen Hieroglyphen - und die Postlerin fand konsequent heraus, dass ich an der unleserlichen Schrift selbst Schuld habe
So lernt man auch als Single die Vorteile einer Beziehung kennen.

Nun geht es ums Prinzip "wer suchet, der findet" und man muss jetzt sein Gegenüber von diesem Prinzip überzeugen.
Neben dieser Überzeugsarbeit übt man auch die Technik der Deeskalation - zum einen die Postlerin weiter zum Suchen zu animieren und gleichzeitig den meuternden und hungrigen Mob, der noch immer wartet, in Schach zu halten.

Nach rund 30 Minuten Telefonat der Postlerin mit der Zentrale, dem Vatikan und der NASA wurde herausgefunden, dass mein Packerl eh in der Filiale die neben der Wohnung liegt hinterlegt ist. An diesem Punkt lernt man seine doch kleine Stellung im Kosmos kennen dass wir alle fremdbestimmt sind und der freie Wille eine Illusion ist.

Nachdem ich meine Vorräte aufgefüllt habe, mich frisch rasiert und noch eine Woche Urlaub genommen habe, bin ich in Richtung meiner "normalen" Filiale aufgebrochen. Der Geist ist ja ein Gewohnheitstier, und so lernt es neue Dinge nur durch ständige Wiederholung. Zum Glück konnte ich das Erlernte nochmals in der zweiten Filiale wiederholen.
Hat man nun sein Päckchen in der Hand, kann man heimkehren, um seinen Partner und seine Kinder, die inzwischen größer geworden sind, in die Arme schießen. Und die wenigen Wochen bis zur Pension kann man sich freuen einen Job in einer vernünftigen Firma zu haben. 

Wenn´s wirkich wichtig ist, dann lieber mit der Post.







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